Jedes Familienmitglied zahlt eigenen Beitrag. Wann sich das trotzdem lohnt und wann nicht.
„Mit Familie lohnt sich das nicht mehr." Kaum eine Aussage zur privaten Krankenversicherung fällt so schnell und wird so selten nachgerechnet. Der Kern stimmt: In der GKV gibt es die beitragsfreie Familienversicherung, in der PKV zahlt jedes Familienmitglied einen eigenen Beitrag. Klingt erstmal nachteilig. Die Rechnung ist aber komplexer und sie fällt deutlich öfter zugunsten der PKV aus, als der Stammtisch glaubt.
Auf dieser Seite findest du die ehrliche Kalkulation für Familien, die wichtigsten Rechte rund um Geburt und Elternzeit und die Fallstricke, die wir mit der SC3-Methode vor jeder Unterschrift prüfen.
Die gesetzliche Familienversicherung wirkt wie ein unschlagbares Argument: Partner ohne Einkommen und Kinder sind kostenlos mitversichert. Was in dieser Rechnung fehlt: GKV-Familien zahlen trotzdem, nur an anderer Stelle. Im Schnitt kommen pro Erwachsenem rund 120 € und pro Kind rund 60 € im Monat zusammen, für Zuzahlungen, Eigenanteile und die Zusatzversicherungen, mit denen gesetzlich Versicherte Leistungslücken schließen. Der „kostenlose" Familienschutz ist also keiner.
Auf der anderen Seite steht die private Krankenversicherung mit einem eigenen Vertrag pro Kopf, aber auch mit Leistungen, für die in der GKV erst Zusatzpolicen nötig wären. Entscheidend ist deshalb nie der Einzelbeitrag, sondern die Gesamtrechnung über die Vertragslaufzeit.
Kinderbeiträge sind deutlich günstiger als die von Erwachsenen, aus zwei strukturellen Gründen:
Dazu kommen zwei Punkte, die in kaum einer Vergleichsrechnung auftauchen: Die Beiträge fallen nur bis zum Beginn von Ausbildung oder Studium an. Und wenn dein Arbeitgeberzuschuss durch deinen eigenen Beitrag nicht ausgeschöpft ist, kann der Rest für die Kinderbeiträge verwendet werden. Faktisch zahlt dann der Arbeitgeber einen Teil der Kinderversicherung mit.
Die Kindernachversicherung nach § 198 VVG ist eines der wichtigsten PKV-Rechte für Familien und gleichzeitig das mit der härtesten Frist:
Dein Neugeborenes wird in einen vergleichbaren Tarif aufgenommen, ganz gleich, wie die Geburt verlaufen ist. Das gilt selbst bei angeborenen Erkrankungen oder Frühgeburt.
Mindestens ein Elternteil muss seit mindestens 3 Monaten privat versichert sein. Wer den PKV-Wechsel plant und Nachwuchs erwartet, sollte diese Frist in die Zeitplanung einbauen.
Der Versicherungsschutz beginnt rückwirkend mit der Geburt, ohne Wartezeiten. Der Leistungsumfang ist mindestens gleichwertig zum Tarif des versicherten Elternteils.
Der letzte Punkt hat eine unterschätzte Konsequenz: Die Qualität deines eigenen Tarifs bestimmt, welchen Schutz dein Kind bekommt. Ein schwacher Elterntarif vererbt sich.
Wir prüfen im kostenlosen Erstgespräch, ob dein Tarif kindertauglich ist und wie du Fristen, Nachversicherung und Elternzeit sauber planst.
Kostenloses ErstgesprächBei den Leistungen rund um die Schwangerschaft spielt die private Krankenversicherung ihre Stärken aus: Während die GKV drei Ultraschalluntersuchungen vorsieht, übernehmen private Tarife häufigere Untersuchungen, zusätzliche Labordiagnostik wie Toxoplasmose- und Listeriose-Tests und bei Risikoschwangerschaften die Fruchtwasseruntersuchung.
Beim Mutterschaftsgeld dreht sich das Bild und das gehört ehrlich auf den Tisch: Gesetzlich Versicherte erhalten 13 € pro Tag von der Krankenkasse plus die Arbeitgeber-Differenzzahlung zum Nettogehalt. Privatversicherte bekommen nur einmalig 210 € pauschal vom Bundesamt für Soziale Sicherung (§ 19 Abs. 2 MuSchG), die Arbeitgeber-Differenzzahlung gibt es aber ebenso. Der reale Nachteil über die 14 Wochen Mutterschutz liegt bei etwa 1.500 bis 2.000 €. Über eine 30-jährige Vertragslaufzeit relativiert sich das, in die Familienplanung einkalkulieren solltest du es trotzdem. Der volle Lohnanspruch bei ärztlichem Beschäftigungsverbot nach § 18 MuSchG gilt übrigens unabhängig vom Versicherungssystem.
Während der Elternzeit entfällt der Arbeitgeberzuschuss und du trägst den vollen PKV-Beitrag selbst. Genau hier trennen sich gute von mittelmäßigen Tarifen: Manche Versicherer bieten eine 6-monatige Beitragsbefreiung in der Elternzeit oder ein beitragsfreies erstes Jahr für das Baby. Ob dein Tarif so eine Klausel enthält, steht im Bedingungswerk, nicht im Vergleichsrechner. In der SC3-Analyse gehört diese Prüfung zur Ebene Tarifmechaniken.
Der Grund für die letzte Karte ist simple Vertragsmathematik: Die Phase mit beitragspflichtigen Kindern dauert 18 bis 25 Jahre. Dein PKV-Vertrag läuft 50 bis 60 Jahre. Wer die teure Familienphase isoliert betrachtet, bewertet ein Drittel der Laufzeit und ignoriert den Rest.
Zwei Gruppen rechnen noch einmal anders: Beamte profitieren von der Beihilfe des Dienstherrn, die für Kinder 70 bis 80% der Kosten übernimmt. Ärzte und Zahnärzte erhalten rabattierte Fachtarife. In beiden Fällen verschiebt sich die Rentabilitätsgrenze so deutlich, dass sich die private Krankenversicherung auch mit 4 und mehr Kindern lohnt.
Für Familien prüfen wir in der SC3-Analyse dieselben drei Ebenen wie immer, aber mit eigenem Fokus:
So wird aus der Bauchentscheidung „PKV trotz Familie?" eine Rechnung mit klaren Kriterien. Wie wir dabei vorgehen, zeigen unsere 33 Tarif-Analysen.
Wir rechnen deine Konstellation ehrlich durch: beide Systeme, echte Zusatzkosten, komplette Laufzeit. Wenn die GKV für euch besser passt, sagen wir dir das genauso klar.
Familien-Check anfragenNein. Jedes Familienmitglied zahlt einen eigenen Beitrag. Die GKV-Familienversicherung ist allerdings auch nicht kostenlos: Im Schnitt zahlen GKV-Familien rund 120 € pro Erwachsenem und rund 60 € pro Kind zusätzlich für Zuzahlungen, Eigenanteile und Zusatzversicherungen.
Deutlich weniger als ein Erwachsener: Es fällt weder der 10%-Zuschlag noch ein Krankentagegeld-Anteil an. Die Beiträge laufen nur bis zum Beginn von Ausbildung oder Studium und ein nicht ausgeschöpfter Arbeitgeberzuschuss kann für Kinderbeiträge genutzt werden.
Nein. Nach § 198 VVG wird dein Kind innerhalb von 2 Monaten nach der Geburt ohne Gesundheitsprüfung und ohne Risikozuschläge aufgenommen, wenn ein Elternteil seit mindestens 3 Monaten privat versichert ist. Das gilt auch bei angeborenen Erkrankungen und der Schutz beginnt rückwirkend ab Geburt.
Der Arbeitgeberzuschuss entfällt und du zahlst den vollen Beitrag selbst. Manche Versicherer bieten eine 6-monatige Beitragsbefreiung oder ein beitragsfreies erstes Babyjahr. Ob dein Tarif das vorsieht, sollte vor der Unterschrift geprüft werden.
Für Doppelverdiener praktisch immer, mit einem Kind bleibt sie wettbewerbsfähig, mit zwei bis drei Kindern handhabbar. Die Kinderphase dauert 18 bis 25 Jahre bei 50 bis 60 Jahren Vertragslaufzeit. Beamte mit Beihilfe und Ärzte mit Fachtarifen fahren oft auch mit 4 und mehr Kindern besser.
Im kostenlosen Erstgespräch prüfen wir deine Konstellation über die drei SC3-Ebenen. Ohne Verkaufsdruck, mit der ehrlichen Gesamtrechnung.
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